Am 7. Oktober 2022 wurde der russischen Menschenrechtsorganisation Memorial der Friedensnobelpreis zugesprochen – wenige Stunden später waren ihre Büros in Moskau behördlich beschlagnahmt. Dissidenten hatten Memorial 1989 noch vor dem Ende der Sowjetunion gegründet, als Michail Gorbatschow mit seiner Politik von Glasnost und Perestroika eine Demokratisierung einleitete. Schwerpunkte der Arbeit von Memorial waren die Aufarbeitung des Stalinismus und die Fürsorge für die Opfer der Arbeitslager (Gulags). Memorial sammelte Zeugnisse, dokumentierte die Geschichte von Repression und Terror: Mehr als 18 Millionen Menschen waren der Brutalität der Lager direkt ausgeliefert. Mehr als 2,7 Millionen starben, viele als Folge von Zwangsarbeit. Memorial setzt auch heute trotz der Repressionen unter dem Putin-Regime, trotz Verhaftungen und erzwungener Flucht vieler Mitglieder die Arbeit für ein demokratisches Russland fort.
Im Rahmenprogramm zur Ausstellung wird auch über den Innsbrucker Schriftsteller Peter Demant informiert, der rund acht in einem Gulag verbringen musste.
Die Ausstellung „Das andere Russland. MEMORIAL“ wird erstmals in Österreich gezeigt.
Begrüßung
Dirk Rupnow, Zeithistoriker, Vizerektor der Universität Innsbruck
Kurt Scharr, Historiker
Einführung
Ivan Shemanov
Historiker, Memorial, Deutschland