Bei Redaktionsschluss dieses Heftes stand noch nicht fest, ob Viktor Orbán, der mit der Fidesz-Partei in den letzten 16 Jahren ununterbrochen regiert hat, an der Macht geblieben ist oder ob Ungarn eine Chance auf Demokratisierung und Entwicklung von Medienvielfalt erhält. Orbán hatte sich sehr großen Einfluss auf die Medienlandschaft gesichert: durch die politische Kontrolle des staatlichen Rundfunks und eine regierungsabhängige Medienkontrollbehörde. Zudem ist unter dem Dach der Fidesz-nahen KESMA-Stiftung ein enormes Konglomerat aus hunderten Medien entstanden. Nur wenige unabhängige Medien konnten sich behaupten.
Im Nachbarland Slowakei hat der aus der Sozialdemokratischen Partei Europas ausgeschlossene Linksnationalist Robert Fico seit seiner Rückkehr an die Regierungsspitze 2023 ein feindliches Klima für unabhängigen Journalismus geschaffen. Die Regierung geht offen gegen regierungskritische Medien vor. Redaktionen werden mit Einschüchterungsklagen (SLAPPs) attackiert.
Es diskutieren namhafte JournalistInnen und HerausgeberInnen aus beiden Ländern.
Beata Balogová
Chefkommentatorin, vormals Chefredakteurin der Tageszeitung SME, European Press Prize 2020, Bratislava
Márton Gergely
Chefredakteur der Wochenzeitung HVG, Budapest
Péter Nádori
Chief Operating Officer (COO) des Investigativmediums Direkt36, Budapest
Moderation
Nina Horaczek
Chefreporterin des FALTER