03. Ι 04. Ι 05. Mai 2024

Ein Wochenende mit Aussicht

Genau hinsehen, was geschieht.
Ilse Aichinger

Überraschungsfilm

In Zusammenarbeit mit dem Internationalen Filmfestival Innsbruck IFFI wird am Vorabend der offiziellen Eröffnung des Journalismusfest 2024 ein Überraschungsfilm im Waltherpark gezeigt, der wenige Tage vor Beginn des Festivals bekannt gegeben wird. Der Film wird auch am Vorabend des Festivals, 02. Mai 2024 um 20:30 Uhr im Waltherpark gezeigt.

Fuocoammare

Über ein Jahr lang hat sich der Dokumentarfilmer Gianfranco Rosi auf der italienischen Insel Lampedusa aufgehalten und beobachtet, wie hier tagtäglich Flüchtlinge in der Hoffnung auf ein besseres Leben ankommen und wie die Bevölkerung auf sie reagiert. Im Zentrum des Films, der sich auch mit der Berichterstattung in den Medien auseinandersetzt, steht der zwölfjährige Samuele, der mit seiner Familie Zeuge einer großen menschlichen Tragödie wird. Gianfranco Rosi nähert sich durch Alltagsbeobachtungen einem ebenso realen wie symbolischen Ort und der Gefühlswelt einiger seiner Bewohner*innen, die einem permanenten Ausnahmezustand ausgesetzt sind. Zugleich beschreibt der Film, der ohne Kommentar auskommt, wie sich zwei Welten selbst auf kleinstem Raum kaum berühren.

Fueling the Invasion.

Im November 2022 erhoben deutsche Medien schwere Anschuldigungen gegen den deutschen Ölkonzern Wintershall Dea. Sie berichteten von Verbindungen Wintershalls zum russischen Militär und behaupteten, dass Unternehmen, die sich im gemeinsamen Besitz von Wintershall und dem staatlichen russischen Konzern Gazprom befinden, in Westsibirien nach Gas gebohrt und Treibstoff produziert hätten. Dieser sei von russischen Kampfjets bei Angriffen auf die ukrainische Zivilbevölkerung verwendet worden. Wintershall wies diese Vorwürfe mit dem Hinweis auf fehlende Beweise zurück. Im April 2023 enthüllte eine von Global Witness geleitete Untersuchung neue Belege für die Verbindung zwischen Wintershalls Gasfeldern in Sibirien und den militärischen Versorgungsketten Russlands. Der Kurzfilm beleuchtet die menschlichen Geschichten hinter dieser Untersuchung, mit eindringlichen Berichten von Überlebenden russischer Luftangriffe in der Ukraine. Die anschließende Diskussion beleuchtet, wie die Untersuchung zustande kam, was sie ans Licht brachte und was dies im Kontext des Krieges bedeutet.

Getarnt als Sekretärin beim Kampfblatt der Nazis

Sie war wohl die erste investigative Journalistin im deutschsprachigen Raum. 1923, 24-jährig, schlich sich Paula Schlier, die zuvor als Journalistin Artikel gegen die Nazis publiziert hatte, beim Parteiplatt der NSDAP ein, dem „Völkischen Beobachter“. Getarnt als Sekretärin dokumentierte sie auch Hitlers Putschversuch am 8./9. November 1923. Ihre Tagebuch-Berichte erschienen 1926 als gefeiertes Erstlingswerk im Innsbrucker Brenner-Verlag: „Petras Aufzeichnungen oder Konzept einer Jugend nach dem Diktat der Zeit“ waren ein Statement gegen die sich nach rechts radikalisierende Welt. Zum 100. Jahrestag des Hitler-Putsches haben die Innsbrucker Germanistinnen Annette Steinsiek und Ursula A. Schneider Paula Schliers Reportage kommentiert veröffentlicht. Der Bayerische Rundfunk (BR) hat auf dieser Grundlage die Dokumentation „Hitlerputsch 1923. Das Tagebuch der Paula Schlier“ produziert.

20 днів у Маріуполі / 20 Tage in Mariupol

Ein ukrainisches Journalist:innen-Team der Associated Press (AP) dokumentiert in Mariupol trotz Belagerung die Gräueltaten der russischen Invasionstruppen. Als einzige Reporter:innen vor Ort halten sie entscheidende Kriegsbilder fest, darunter das Leid der Zivilbevölkerung, Massengräber und die Bombardierung einer Entbindungsklinik. Der Dokumentarfilm von Pulitzer-Preisträger Mstyslav Chernov zeigt auch die Auswirkungen des Russland-Ukraine-Krieges auf die Presseagentur AP. Er basiert auf Chernovs täglichen Berichten und eigenen Aufnahmen aus dem Kriegsgebiet. Mehrfach ausgezeichnet vermittelt dieser Dokumentarfilm erschütternde Einblicke in das Leid der belagerten Zivilist*innen. Trotz der Schwere des Themas richtet er einen unschätzbar wertvollen Blick auf die Herausforderungen des Nachrichten-Journalismus in Konfliktgebieten und zeigt auch die globalen Auswirkungen.

Überraschungsfilm

In Zusammenarbeit mit dem Internationalen Filmfestival Innsbruck IFFI wird am Vorabend der offiziellen Eröffnung des Journalismusfest 2024 ein Überraschungsfilm im Waltherpark gezeigt, der wenige Tage vor Beginn des Festivals bekannt gegeben wird. Der Film wird auch am Samstag, den 4. Mai um 20:15 Uhr im Cinematograph gezeigt.