Save the date: 16.-18. Mai 2025

Ein Wochenende mit Aussicht

Genau hinsehen, was geschieht.
Ilse Aichinger

Treibhaus Turm

Treibhaus
Angerzellgasse 8
6020 Innsbruck

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Treibhaus und Gemeindemuseum Absam erinnern an den kritischen Mediziner und Publizisten Werner Vogt aus Zams in Tirol, einen Pionier der Zivilgesellschaft. In Erinnerung an Werner Vogt lesen Rainer Egger und Johann Nikolussi seinen Essay „Finsternis: Der Fall Gross“. Begleitet werden sie von Anna Reisigl am Bass.
Seit dem Angriff von Hamas-Terroristen am 7. Oktober, bei dem an die 1.200 großteils jüdisch-israelische Personen brutal ermordet und 253 Menschen als Geiseln verschleppt wurden, und seit in Folge der anhaltenden Angriffe des israelischen Militärs auf den Gaza-Streifen laut UNO-Angaben mehr als 30.000 Menschen ums Leben kamen (März 2024) und vielen der Hungertod droht, ist die Region weltweit in den Mittelpunkt der Berichterstattung gerückt. Die journalistische Arbeit im Kriegsgebiet in Gaza bleibt aber äußerst riskant: Laut dem Committee to Protect Journalists (CPJ) wurden in Gaza seit Kriegsbeginn mindestens 95 JournalistInnen, großteils PalästinenserInnen, getötet. Wie sieht eine jüdisch-israelische Redakteurin die Herausforderungen für Berichterstattung, jetzt in einer neuerlichen Zeit des Krieges? Wie schätzt sie die Medienlandschaft(en) in der Region ein? Welche Perspektiven sieht sie für die Region?
Seit dem Angriff von Hamas-Terroristen am 7. Oktober, bei dem an die 1.200 großteils jüdisch-israelische Personen brutal ermordet und 253 Menschen als Geiseln verschleppt wurden, und seit in Folge der anhaltenden Angriffe des israelischen Militärs auf den Gaza-Streifen laut UNO-Angaben mehr als 30.000 Menschen ums Leben kamen (März 2024) und vielen der Hungertod droht, ist die Region weltweit in den Mittelpunkt der Berichterstattung gerückt. Die journalistische Arbeit im Kriegsgebiet in Gaza bleibt aber äußerst riskant: Laut dem Committee to Protect Journalists (CPJ) wurden in Gaza seit Kriegsbeginn mindestens 95 JournalistInnen, großteils PalästinenserInnen, getötet. Wie sieht ein aus Gaza stammenden palästinensischer Journalist, die Herausforderungen für Berichterstattung, jetzt in einer neuerlichen Zeit des Krieges? Wie schätzt er die Medienlandschaft(en) in der Region ein? Welche Perspektiven sieht er für die Region?
In den vergangenen Jahren haben Menschen wie der frühere CIA-Mitarbeiter Edward Snowden oder der australische Investigativ-Journalist Julian Assange, Gründer von WikiLeaks, ihre eigene Sicherheit und Freiheit aufs Spiel gesetzt, um die Öffentlichkeit durch die Weitergabe geheimer Informationen über staatliche Verbrechen aufzuklären. Die Whistleblower zahlen für diesen Mut einen hohen Preis. Snowden ist im Exil in Moskau auf das Wohlwollen des Autokraten Wladimir Putin angewiesen, Assange sitzt seit fünf Jahren in Großbritannien in Haft, ihm droht bei Auslieferung an die USA lebenslange Haft. Menschenrechtsanwalt Robert Tibbo, der Snowdens Flucht arrangiert hat, und der britische Whistleblower und Ex-Botschafter Craig Murray diskutieren mit Ilja Braun von Reporter ohne Grenzen/Deutschland, wie man jene, die die Wahrheit ans Licht bringen, besser schützen kann.
Auf die russische Invasion der Ukraine im Jahr 2022 folgte eine umfassende Neubewertung der wirtschaftlichen und politischen Beziehungen Europas zu Russland. Unter anderem steht dabei die Energiepolitik im Fokus. Investigative Journalist*innen hatten bereits seit Jahren vor dem korrumpierenden Einfluss Russlands in Europa gewarnt. Über zwei Jahre nach Beginn des Krieges stellt sich die Frage, über welche Themen immer noch zu wenig berichtet wird, wie Journalist*innen an diese Themen herangehen können und ob die Medien der neuen Situation gerecht werden. Ukrainische und deutsche Journalist*innen sowie Expert*innen der Zivilgesellschaft stellen die Ergebnisse ihrer Recherchen und Berichte vor und diskutieren, wie es mit der Berichterstattung über den Einfluss des Kreml in Europa weitergehen soll.
Das Ensemble Yagódy ist eines der charismatischsten ukrainischen Folk-Ensembles aus Lwiw / Lemberg. Gegründet im Jahr 2016 an der Theater-Fakultät, brachten Yagódy 2020 ihr Debütalbum heraus. Die vier Gründerinnen reisten durch mehrere Oblaste der Ukraine, um dort die musikalischen Überlieferungen der Menschen aufzuspüren. Aus dieser unerschöpflichen Anzahl von Liedern über das Leben kreieren Yagódy ihren eigenen spannenden und unverwechselbaren Sound. Die Musiker*innen sind im Theater zu Hause und verwirklichen ihre musikalischen Ideen für die Bühne nach dramaturgischen Prinzipien. Ihre Lieder sind Liebesbriefe aus der Vergangenheit, die noch nicht angekommen sind.
Der Mittelmeerraum ist ein Hotspot, an dem sich Krisen und Herausforderungen überlagern. Das Meer erwärmt sich stärker als im globalen Durchschnitt, das Ökosystem wird durch Erdöl- und Erdgasförderung stark beeinträchtigt, der Klimawandel wirkt sich sozialökonomisch auf die Küstengebiete aus, die Großfischerei raubt traditioneller Fischerei die Lebensgrundlage. Aber es gibt auch Pioniere der Nachhaltigkeit und viel Engagement beim Retten Geflüchteter. Der Journalist Stefano Liberti und der Fotograf Francesco Bellina sind für ein großes Reportageprojekt im gesamten Mittelmeerraum unterwegs: Die Recherchereise führt sie nach Murcia und auf Favignana vor Sizilien, nach Tanger und zu den Kerkenna-Inseln vor Tunesien, ins Nildelta und zum Suezkanal, nach Zypern, zu den Inseln Antikythera und Jabuka bis nach Venedig.
Am 3. Oktober 2013 sinkt ein Boot vor Lampedusa. Mehr als 300 Menschen sterben, und für die damalige Bürgermeisterin Giusi Nicolini ist klar: Es muss etwas geschehen. Wenige Tage später hält sie eine eindrucksvolle Rede beim EU-Gipfel. 2015, ein Jahr nach der Einstellung der italienischen staatlichen Rettungsoperation Mare Nostrum, wird die Seenotrettungsorganisation SOS Méditerranée gegründet. Über 38.500 Menschen hat sie seitdem gerettet und für ihre Arbeit 2023 den sogenannten Alternativen Nobelpreis erhalten. Mittlerweile ist die Arbeit schwierig geworden für die zivile Seenotrettung. Europa schließt seine Außengrenzen, teils auch mit Gewalt: Es gibt immer wieder Berichte über die Beteiligung der EU-Grenzschutzagentur Frontex an Zurückschiebungen von Geflüchteten, sogenannten Pushbacks, vor den griechischen Küsten.
ZIB 2-Anchorman Martin Thür ist für sein Hobby, Excel-Listen zu führen, bekannt. Weniger bekannt ist seine zweite Leidenschaft: das Sammeln skurriler Wahlgeschenke. Anlässlich des Superwahljahres 2024 hat er für das diesjährige Journalismusfest eine Excel-Liste mit seinen lustigsten und bizarrsten Wahlgeschenken erstellt und wird diese Auswahl im Rahmen einer exklusiven Ausstellung erstmals der Öffentlichkeit präsentieren. Zu sehen gibt es Highlights wie die Erwin Pröll-Actionfigur, einen Eiskratzer „Gegen die soziale Kälte“ und Solartrockner-Wäschekluppen.
In Myanmar, dem früheren Birma, gibt es erstmals seit dem Militärputsch im Februar 2021 Anzeichen für eine positive Entwicklung. Rebellengruppen, die mit der Demokratiebewegung im Untergrund verbündet sind, gehen landesweit gegen die Militärjunta vor. Die namhafte burmesische Intellektuelle, Schriftstellerin, Aktivistin und Ärztin Ma Thida findet den zivilen und demokratischen Widerstand ermutigend. Weiterhin inhaftiert bleibt die vom Militär weggeputschte Gewinnerin der letzten Wahlen, die Friedensnobelpreisträgerin Aun San Suu Kyi. Die Situation für Medienschaffende ist bedrückend: Mynamar liegt in der Rangliste der Pressefreiheit auf Rang 173 von 180 Staaten. Ma Thida, die selbst lange in Myanmar in Haft war und nun im Exil in Berlin lebt, reflektiert mit dem Journalisten und Asienexperten Sven Hansen über die Frühlingsrevolution in Myanmar und wie diese versucht, einen multiethnischen demokratischen Weg aus dem Labyrinth zu finden. Die internationalen Reaktionen bleiben jedoch enttäuschend.